Chinesische Weisheit

Ξ August 26th, 2007 | → 0 Comments | ∇ Erkenntnis |

Wer ander erkennt, ist gelehrt.

Wer sich selbst erkennt, ist weise.

Wer andere besiegt, hat Muskelkraft.

Wer sich selbst besiegt, ist stark.

Wer zufrieden ist, ist reich.

Wer seine Mitte nicht verliert,

ist unüberwindlich.

- Laotse -

 

Unsere tiefste Angst

Ξ August 26th, 2007 | → 0 Comments | ∇ Allgemein |

Unser Licht

 

Unsere tiefste Angst ist nicht, ungenügend zu sein.
Unsere tiefste Angst ist, machtvoll zu sein, über alle Maßen.
Es ist unser Licht, das wir am meisten fürchten, nicht unsere Dunkelheit.
Wir fragen uns: “Wer bin ich eigentlich, dass ich leuchtend,
großartig, talentiert und phantastisch sein darf?”

 

Wer bist du denn, es nicht zu sein? Du bist ein Kind Gottes.
Wenn du dich klein machst, dient das der Welt nicht.
Es hat nichts Erleuchtendes, wenn du dich klein machst,
damit andere sich in deiner Gegenwart nicht verunsichert fühlen.

 

Wir sind alle dazu bestimmt zu strahlen,
so wie Kinder es tun.
Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes
zu verwirklichen, die in uns ist.
Sie ist nicht nur in einigen von uns;
sie ist in jedem einzelnen.

 

Wenn wir unser eigenes Licht erstrahlen lassen,
geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis,
das Gleiche zu tun.
Wenn wir von unser eigenen Angst befreit sind,
befreit unsere Gegenwart automatisch andere.

- Marianne Williamson -
(Amtsantrittsrede von Nelson Mandela)

 

Wie Du solltest geküsset sein

Ξ August 18th, 2007 | → 0 Comments | ∇ Liebesgedichte |

Wenn ich dich küsse
ist es nicht nur dein Mund
nicht nur dein Nabel
nicht nur dein Schoß
den ich küsse
Ich küsse auch deine Fragen
und deine Wünsche
ich küsse dein Nachdenken
deine Zweifel
und deinen Mut
deine Liebe zu mir
und deine Freiheit von mir
deinen Fuß
der hergekommen ist
und der wieder fortgeht
ich küsse dich
wie du bist
und wie du sein wirst
morgen und später
und wenn meine Zeit vorbei ist

- Erich Fried -

 

Von der Liebe

Ξ Juni 29th, 2007 | → 0 Comments | ∇ Über die Liebe |

Von der Liebe


Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr, sind ihre Wege auch schwer und steil.
Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin,
Auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann.
Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie,
auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettern kann
wie der Nordwind den Garten verwüstetet.


Denn so, wie die Liebe dich krönt, kreuzigt sie dich.
So wie sie dich wachsen lässt, beschneidet sie dich.
So wie sie emporsteigt zu deinen Höhen
und die zartesten Zweige liebkost, die in der Sonne zittern,
steigt sie hinab zu deinen Wurzeln
und erschüttert sie in Ihrer Erdgebundenheit.
Wie Korngarben sammelt sie dich um sich.
Sie drischt dich, um dich nackt zu machen.
Sie siebt dich, um dich von deiner Spreu zu befreien.
Sie mahlt dich, bis du weiß bist.
Sie knetet dich, bis du geschmeidig bist;
Und dann weiht sie dich ihrem heiligem Feuer,
damit du heiliges Brot wirst für Gottes heiliges Mahl.
All dies wird die Liebe mit dir machen,
damit du die Geheimnisse deines Herzens kennen lernst
und in diesem Wissen ein Teil vom Herzen des Lebens wirst.
Aber wenn du in deiner Angst nur die Ruhe und die Lust der Liebe suchst,
dann ist es besser für dich, deine Nacktheit zu bedecken
und vom Dreschboden der Liebe zu gehen.
In die Welt ohne Jahreszeiten,
wo du lachen wirst, aber nicht dein ganzes Lachen,
und weinen, aber nicht all deine Tränen.
Liebe gibt nichts als sich selbst und nimmt nichts als von sich selbst.
Liebe besitzt nicht, noch lässt sie sich besitzen;
Denn die Liebe genügt der Liebe.
Und glaube nicht, du kannst den Lauf der Liebe lenken,
denn die Liebe, wenn sie dich für würdig hält, lenkt deinen Lauf.
Liebe hat keinen anderen Wunsch, als sich zu erfüllen.
Aber wenn du liebst und Wünsche haben mußt, sollst du dir dies wünschen:
Zu schmelzen und wie ein plätschernder Bach zu sein,
der seine Melodie der Nacht singt.
Den Schmerz allzu vieler Zärtlichkeit zu kennen.
Vom eigenen Verstehen der Liebe verwundet zu sein;
Und willig und freudig zu bluten.
Bei der Morgenröte
mit beflügeltem Herzen zu erwachen
und für einen weiteren Tag des Liebens dankzusagen;
Zur Mittagszeit zu ruhen
und über die Verzückung der Liebe nachzusinnen;
Am Abend mit Dankbarkeit heimzukehren;
Und dann einzuschlafen
mit einem Gebet für den Geliebten im Herzen
und einem Lobgesang auf den Lippen.

- Kahlil Gibran -

 

Von der Ehe

Ξ Juni 29th, 2007 | → 0 Comments | ∇ Über Beziehung |

Ihr wurdet zusammen geboren,

und ihr werdet auf immer zusammen sein.

Ihr werdet zusammen sein, wenn die weißen Flügel des Todes eure Tage scheiden.

 

Ja, ihr werdet selbst im stummen Gedenken Gottes

zusammen sein. Aber lasst Raum zwischen euch.

Und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen.

 

Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel:

Lasst sie eher ein wogendes Meer

zwischen den Ufern eurer Seelen sein.

 

Füllt einander den Becher,

aber trinkt nicht aus einem Becher.

Gebt einander von eurem Brot,

aber esst nicht vom selben Laib.

 

Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich,

aber lasst jeden von euch allein sein,

So wie die Saiten einer Laute allein sind

und doch von derselben Musik erzittern.

 

Gebt eure Herzen, aber nicht in des anderen Obhut.

Denn nur die Hand des Lebens

kann eure Herzen umfassen.

 

Und steht zusammen, doch nicht zu nah:

Denn die Säulen des Tempels stehen für sich,

Und die Eiche und die Zypresse

wachsen nicht im Schatten der anderen.

 

- Kahlil Gibran -

 

Dich

Ξ Juni 29th, 2007 | → 0 Comments | ∇ Liebesgedichte |

Dich
dich sein lassen
ganz dich

Sehen
dass du nur du bist
wenn du alles bist
was du bist
das Zarte
und das Wilde
das was sich losreißen
und das was sich anschmiegen will

Wer nur die Hälfte liebt
der liebt dich nicht halb
sondern gar nicht
der will dich zurechtschneiden
amputieren
verstümmeln

Dich dich sein lassen
ob das schwer oder leicht ist?
Es kommt nicht darauf an mit wieviel
Vorbedacht und Verstand
sondern mit wieviel Liebe und mit wieviel
offener Sehnsucht nach allem -
nach allem
was du ist

Nach der Wärme
und nach der Kälte
nach der Güte
und nach dem Starrsinn
nach deinem Willen
und Unwillen

nach jeder deiner Gebärden
nach deiner Ungebärdigkeit
Unstetigkeit
Stetigkeit

Dann
ist dieses
dich dich sein lassen
vielleicht
gar nicht so schwer

-Erich Fried-

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Erkenntnis

Ξ Juni 3rd, 2007 | → 0 Comments | ∇ Erkenntnis |

 

 

 

“Erleuchtung erlangt man durch das Erkennen der eigenen Dunkelheit”

 

“Selbsterkenntnis ist ein Abenteuer, das in unerwartete Weiten und Tiefen führt”

 

Anima & Animus

Ξ Juni 3rd, 2007 | → 0 Comments | ∇ Anima & Animus |

 

 

Was uns fehlt, was wir suchen, was rätselhaft und dadurch faszinierend ist, das ist immer ein Anderer, eine Andere, ein zuerst Fremder, das Gegenstück oder die fehlende Ergänzung: mein Animus oder meine Anima. Manchmal erschreckend, weil er die tiefsten, oft genug verdrängten Bereiche unserer Seele anspricht - manchmal sehr hilfreich und zwingend nötig, weil er uns endlich Antwort auf offene Fragen geben kann.

Im Märchen wird die Suche nach der Anima, bzw. dem Animus in allen Geschichten von verzauberten Prinzessinnen oder Prinzen erzählt.
So ist der ‘Froschkönig’ ebenso der Animus einer selbstgefälligen, gelangweilten Prinzessin, wie es Falke und Bär bei ‘Schneeweisschen und Rosenrot’ oder der hässliche Unhold im ‘Singenden, klingenden Bäumchen’ sind. Nur unter vielen Mühen, verzweifelten Phasen und erst nach sehr langer Zeit kann der verwunschene Prinz von einer geläuterten Prinzessin (o.ä.) erlöst werden. Auch in ‘Die Schöne und das Biest’ wird die selbstlose Hingabe und Geduld einer schönen Frau an ein schreckliches Wesen mit dessen Erlösung und ihrer beider Glück belohnt.
Eine Anima ist dagegen z.B. in ‘Dornröschen’, im ‘Schneewittchen’, im ‘Aschenputtel’ oder im ‘Rapunzel’ versteckt. Hier gilt umgekehrt dasselbe: der eitle, hauptsächlich an Kämpfen oder sinnlosem Zeitvertreib interessierte Prinz muss sich auf den Weg, seinen Reife- und Wachstumsweg, machen, um die verzauberte Prinzessin und damit auch sich selbst zu befreien.

Es kommt also nur darauf an und hängt gleichzeitig davon ab, dass zumindest einer noch viel an sich arbeiten muss - egal ob es der verzauberte Prinz ist, der Schuld auf sich geladen hat und deswegen in einem ‘falschen’, unpassenden Kleid, Körper, bzw. Charakter gefangen ist und erlöst werden muss oder ob es die eingebildete Prinzessin ist, die zwangsweise einen Reifeprozess durchmacht und mit Hilfe ihrer wachsenden Liebe zu einem ‘unmöglichen’ Partner sich selbst findet und dadurch aufgeschlossen wird für eine andere Seele - ihre Dualseele. Dann erst kann das Märchen ‘wahr’ werden und seine Symbolkraft für andere entwickeln.

So finden auch im Realen viele Menschen ihre Dualseele, ihren Animus oder ihre Anima oft genug nicht unter ‘Ihresgleichen’, sondern entweder in einem weit entfernten Land, in einer anderen Gesellschaftsschicht oder unter verbotenen, gefährlichen Umständen. Das langwierige, hartnäckige Durchhalten gegen alle Unterschiede und Widerstände auf dem Weg zur Zweisamkeit ist dann aber meistens ein besserer Garant für eine dauerhafte Bindung als ein schnelles Feuer für jemand besonders gut Passenden.

Es ist das ewige Problem in Beziehungen, dass wir eigentlich uns selbst suchen und sehr schnell sehr einnehmend auf eine jeweils neue Liebe eingehen, weil der andere uns anscheinend so ähnlich ist, so eigenartig vertraut, so ganz und gar verstehend. Wir lassen uns faszinieren, wir identifizieren uns total - um dann nach einer gewissen Zeit zu merken: das ist ja ein Fremder, ein völlig von uns Verschiedener und überhaupt nicht passend.

Denn - sucht man einen Menschen, mit dem man in jeder Hinsicht übereinstimmt, der alles versteht und in jeder Lebenslage immer zu einem selbst stehen kann - dann gibt es dafür nur eine oder einen: sich selbst. Einen anderen aber um seiner selbst willen zu lieben, das ist ein riesiger Unterschied. Sobald wir in der Lage sind, die Unterschiede (!) zwischeneinander zu lieben, heben wir die Schatten auf und betreten ein neues Paradies.

 

  • sun moon